Die spirituelle Bedeutung der Lotusblume

In vielen Kulturen wird die Lotusblume verehrt. Wir erklären, welche Kraft wir aus ihr schöpfen können.

Die magische Bedeutung der Lotusblume
Die Samen des Lotos bleiben mehr als 1300 Jahre keimfähig, sie überdauern ganze Weltreiche … Foto: Adobe Stock

Einfach wunderschön sieht sie aus, die Lotusblume. Aber es ist nicht nur die Anmut, die diese Wasserpflanze so besonders macht. Rund um die Welt waren und sind die Kulturen von dieser Blume fasziniert. Auf Bildern von Buddha sehen wir ihn oft auf einer Lotusblume sitzend, indianische Kulturen haben sie ebenfalls jahrhundertelang verehrt. Auch heute ist sie der Innbegriff für Reinheit, Weisheit, Transformation, Neubeginn und Liebe. Das liegt vermutlich daran, dass alles rund um die Lotusblume wie ein magisches Symbol wirkt.

Die Geschichte der Lotusblume

Der Legende nach erblühten Lotusblumen in den ersten sieben Fußstapfen, die Buddha auf dieser Erde hinterließ. Auf den 33 Häuptern des heiligen Elefanten Erawan, des Reittieres des hinduistischen Gottes Indra, blühen sogar 79 233 Blüten, und in jeder von ihnen residieren je sieben Göttinnen.

Im Daoismus ist der Lotus das Attribut der einzigen weiblichen Unsterblichen He Xiangu; im Buddhismus ist er eine der Acht Kostbarkeiten als Sinnbild für den Lauf der Zeit und das heilige Mantra der Tibeter, „Om Mani Padme Hum“, heißt übersetzt „Gegrüßt seiest Du, Juwel im Lotus“.

Tatsächlich gibt es kaum ein Symbol, das älter ist als die Lotusblume. In fast allen Religionen wird ihr eine besondere Be­deutung beigemessen – bereits im Alten Ägypten war sie das Sinnbild der Sonne, der Schöpfung und Wiedergeburt. Im Hinduismus steht sie in enger Verbindung mit Maha Lakshmi, jener Göttin, die Reichtum, Reinheit und Großzügigkeit bringt, und auch das erste Haus der Andacht in Indien, ein Sa­kral­bau für die Anhänger aller Reli­g­ionen, ist der Form einer Lotusblüte nachempfunden.

Lotus als Hoffnungsträger

Die Lotusblume wächst auf schlammigem Untergrund und macht selbst vor dem dreckigsten Tümpel nicht halt. Ein Wunder, und nur eines von vielen, zu denen diese Pflanze fähig ist: Eingelagert im Schlamm ausgetrockneter Teiche, können die Samenkörner des Lotus mehr als 1300 Jahre keimfähig bleiben – einige jener Blumen, die heute ihre Schönheit entfalten, sind entstanden aus Samen, die schon existierten, als das Westgotenreich gerade unterging und die Benediktinerabtei auf dem Mont St. Michel gegründet wurde. Sie haben Welt­reiche überdauert, ganze Volksstämme und gewaltige Kriege überlebt. Für uns können wir das so übersetzen: Aus unserem Grund kann eine wunderschöne Blume wachsen. Unsere Krise kann die Nahrung für eine Veränderung sein.

Schönes für Dich

Erkenne deine Gefühle mithilfe der Lotusblume

Der Stengel der Lotusblume kann weit durch das Wasser wachsen bis sie die Oberfläche erreicht. Und Wasser steht spirituell für die Gefühlswelt. Wir können also über unsere Gefühle hinauswachsen. Wir verdrängen sie nicht, sondern gehen durch sie hindurch und erlangen dadurch Weisheit.

Öffne dich dem Leben

In den frühen Morgenstunden faltet sich die Knospe der Lotusblume kreisförmig auf. Sie ist offen für das, was der Tag für sie bereithält. Das erinnert uns daran, im Hier und Jetzt zu leben. Zu schauen, welche Schönheit an diesem Tag auf uns strahlt. Andererseits ist das aber auch ein Zeichen für Hingabe. Die Lotusblume verschließt sich nicht, wenn etwas Störendes vorbeifliegt. Auch wir können genießen, was kommt. Selbst, wenn wir es nicht kontrollieren können.

Erlange Weisheit

Auch, wenn die Lotusblume auf Schlamm wächst, so ist sie doch eine saubere Pflanze. Das kommt vom „Lotuseffekt“, den die Wissenschaft besonders faszinierend findet. Auf den Blütenblättern liegen kleine Noppen, die Wasser und Schmutz abweisen. Dadurch können sich keine Bakterien auf der Blume festsetzen. Alles Schädliche perlt an der Schutzschicht ihrer Blätter ab, nichts vermag sie wirklich zu berühren. Die Lotusblume ist das Sinnbild des Göttlichen, der Erleuchtung – ein Symbol dafür, dass selbst unter den widrigsten Umständen Großes erschaffen werden kann. Für uns könnte der Lotuseffekt für den Weg stehen, Stück für Stück zu wachsen. Mitgefühl und Weisheit zu entdecken. Aber auch die Fähigkeit zu entwickeln, sich von äußeren Einflüssen weniger abhängig zu machen. Das, was wir brauchen, liegt in uns selbst.

„Jeden Morgen werden wir neu geboren. Was wir heute tun, zählt am meisten.“
Buddha

Nimm neue Chancen wahr

Bei Sonnenuntergang schließt sich die Lotusblume wieder und zieht sich unter die Wasseroberfläche zurück. Bis sie am Morgen wieder aufwacht. Dazu passt ein Zitat von Buddha: „Jeden Morgen werden wir neu geboren. Was wir heute tun, zählt am meisten.“ Wir dürfen uns gern daran erinnern, dass nichts festgeschrieben ist im Leben. Auch, wenn es uns manchmal so vorkommt und wir uns in Routinen wie gefangen fühlen. Aber jeder Tag ist wie eine kleine Geburt, wie ein neues Auftauchen der Lotusblume. Wir können heute etwas ändern, wenn wir es möchten. Manchmal sind es vielleicht nur kleine Dinge, eine Gewohnheit anders machen, aber auch das ist ein Neuanfang.

Das Symbol der Lotusblume ist also unendlich vielfältig und kann uns somit jeden Tag an wichtige Botschaften erinnern. Ein Bild, ein Dekorationsgegenstand wie ein Teelicht in Lotusform können uns helfen, kleine Momente des Innenhaltens zu finden. Nicht ohne Grund wird die Blume gern auf Meditationskissen oder auf Yogamatten gedruckt. Sie ist und bleib einfach magisch – und schenkt uns viele Möglichkeiten, aus ihr Kraft zu schöpfen.

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