Warum wir nichts erzwingen können

Dahinter steckt oft der Wunsch nach Kontrolle.

Unsere Welt, in der wir leben, ist angefüllt mit großen Träumen. Jeder einzelne von uns bringt seine ein: diesen einen Job kriegen, endlich eine bessere Beziehung und ein volles Konto haben. Wir möchten dies erreichen und das gern sehen. Dazu kommen die vielen kleinen Wünsche im Alltag: Die Kinder sollen schnell morgens fertig werden, der Partner mithelfen, die Katze kuschelig sein, wenn wir uns danach sehnen ...Dafür setzen wir viel Energie ein. Wir planen, machen, tun, ermahnen, manchmal manipulieren wir sogar oder schimpfen. Am Ende kommt es anders. Ist das gemein? Nein, das ist sogar sehr gut für uns.

Lasst Wünsche fliegen

Denn wir können nichts erzwingen im Leben. Natürlich ist es wunderbar, wenn wir uns engagieren und selbstverantwortlich sind. Es ist gut, Ziele und Visionen zu haben. Sie sind der Motor, die uns antreiben. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass unser Einfluss begrenzt ist.„Anhaftung“ nennen die Buddhisten dieses Phänomen. Sich auf eine Sache zu fixieren, ist für sie eines der größten Ursachen von Leid.

Nichts bleibt, weil sich alles verändert

Der Grund, warum das Erzwingen nicht funktioniert ist, dass sich alles im Leben ständig verändert. Auch, die Dinge, die scheinbar immer so waren, wie sie waren. Wer sein Glück von einer bestimmten Sache abhängig macht, übersieht, dass alles im Wandel ist.Das Gefühl ist natürlich trotzdem menschlich. Oft steckt dahinter der Wunsch, die Dinge zu kontrollieren. Viele haben Angst vor Überraschungen, weil wir nicht wissen, ob wir mit den großen Gefühlen zurechtkommen, die sie mitbringen. Wenn der eine Job nicht klappt, aber ein anderer sich ergibt. Schaffe ich die veränderten Bedingungen überhaupt? Oder finde ich einen neuen Partner, wenn mich der bisherige verlässt?

Schaut bei allem, was passiert

Jeder fürchtet sich vor dem Unbekannten. Aber etwas Neues ist häufig der Schlüssel zu mehr Zufriedenheit. Ein guter Tipp ist daher, sich zu engagieren, die Dinge ins Rollen zu bringen und dann einfach zu schauen, was passiert. Wenn nichts passiert, sollte es möglicherweise nicht ins Leben kommen. Oder braucht noch Zeit. Vielleicht kommt auch etwas viel Besseres. Wie der Dalai Lama sagt: „Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal der größte Glücksfall.“Uns werden die Aufgaben mit auf den Weg gegeben, die richtig für uns sind. Woran wir wachsen können. Es ist keine Strafe, wenn etwas nicht klappt, sondern vielleicht unsere größte Chance.

Loslassen bedeutet auch "nicht urteilen"

Das Gegenteil von Erzwingen ist daher Loslassen. Es „sein zu lassen“. Aber auch nicht zu „urteilen“. Sich in den Fluss des Lebens werfen. Das wäre doch fantastisch. Die richtigen Dinge oder Menschen tauchen nämlich oft auf, aber wir erkennen sie nicht, weil wir unsere alten Vorstellungen so gern mögen.Das ist auch okay, wir müssen nicht täglich unsere kompletten Wertevorstellungen ändern. Aber einfach mal schauen, was da so hereinspaziert ins Leben. Das wäre doch auch nicht schlecht, oder? Etwas erzwingen zu wollen meint, in seinen Grenzen zu bleiben. Loslassen sprengt das Bekannte und öffnet neue Welten.Der buddhistische Mönch Ajahn Chah hat einmal dazu gesagt: „Wenn du etwas loslässt, bist etwas glücklicher. Wenn du viel loslässt, bist du viel glücklicher. Wenn du ganz loslässt, bist du frei.“ Wie wahr und wie schön.