Mutter Erde: 7 Rituale, ihr Dankbarkeit zu zeigen

    Sie versorgt uns mit Nahrung, bietet uns ein Heim: Viel zu selten danken wir der Erde für ihre Großzügigkeit. Drei passende Rituale

    Schon vor zehntausenden Jahren stiegen Menschen in die tiefsten Höhlen der Erde hinab, um dort, in ihrem innersten Bereich, den sie erreichen konnten, Rituale der Dankbarkeit abzuhalten. Sie hinterließen Zeichnungen, die heute, dreißigtausend Jahre später, immer noch sichtbar sind. Eine Gabe an die Erde, als Dank für ihre Großzügigkeit. Tief in unserer Seele wohnt ein Verlangen, wieder zu lernen, wie man etwas zurückgeben kann für das, was man empfängt. Aber wo und wie soll man beginnen? Wir haben 3 Ideen für dich

    Eine Frau umarmt einen Baum im Sommer
    Viel zu selten erweisen wir Mutter Erde unsere Dankbarkeit Foto: canva.com

    Dankbarkeit in jeder Handlung

    Um wieder in Kontakt mit einem ursprünglichen Gefühl der Dankbarkeit zu kommen, kannst du einen Blick der Ehrfurcht entwickeln. Ehrfurcht vor den Dingen um dich herum zu empfinden, sie bewusst in deine Hände zu nehmen, kannst du lernen. Nimm dafür doch mal deinen Kaffeebecher in die Hände und betrachte ihn genau. Wer hat den Becher gemacht? Wo war der Ton einmal tief in der Erde? Wer hat ihn ausgegraben? Wo wuchsen die Kaffeebohnen in der Sonne? Wie könnte sich die Pflanze unter all den anderen Pflanzen gefühlt haben? Wie fühlten sich die Bohnen in den Händen des Kaffeebauern? Wie roch der Ort, wo die Bohnen geröstet wurden? Wie war die Reise, die sie machten, bevor sie in deiner Küche ankamen?

    Lass deine Aufmerksamkeit und Vorstellungskraft einmal in all diese Richtungen fließen und spüre, wie Dankbarkeit von selbst entsteht, wenn du Teil all dieser verschiedenen irdischen Elemente wirst, die jetzt in deinen Händen zusammenkommen.

    Die indigenen Völker haben ihre Ehrfurcht vor ihrer Umgebung nie verloren. In ihrer Lebensweise ist Dankbarkeit in jede Handlung eingewoben. Hier ist das uralte Wissen von einer wechselseitigen Beziehung bewahrt geblieben. Sie wissen, dass man fragt, bevor man nimmt. Halte dich an die Antwort. Nimm nie das Erste. Nimm nie das Letzte. Nimm nur, was du brauchst. Nimm nie mehr als die Hälfte. Lass etwas für andere übrig. Ernte so, dass du so wenig Spuren wie möglich hinterlässt. Nutze, was du empfängst, mit Respekt. Teile. Zeige Dankbarkeit für das, was du erhalten hast. Gib etwas zurück, für das, was du erhalten hast. Pflege diejenigen, die dich pflegen, und die Erde wird ewig bestehen.

    Wenn du diese universellen Regeln anwendest, dann geschieht etwas zwischen dir und deiner Umgebung. Ehrfurcht ist eine lebendige Sprache, die Beziehungen wiederherstellt, selbst Beziehungen, von denen du nicht einmal wusstest, dass du sie hattest. Beziehungen, die dir eine tiefe Erfüllung bieten und ein Gefühl, das sie im Englischen so schön „belonging“ nennen. Den Ort kennen, wo du in der Ordnung der Dinge hingehörst. Ein Platz in der unendlichen, gegenseitigen, liebevollen Beziehung mit allem, was lebt.

    Ritual des Empfangens

    Wir können oft gut sammeln oder nehmen, aber wirklich zu empfangen ist etwas ganz anderes. Doch gehört es genauso zu einer gegenseitigen Beziehung wie das Geben. Empfangen tut man mit dem Herzen, das, was zu einem strömt, vollkommen in sich aufnehmen, sich dafür Zeit nehmen und spüren, wie es sich in Dankbarkeit verwandelt, die wieder zurück zur Quelle fließen darf, die einem so großzügig gegeben hat. Eine wunderschöne Art, einem Nahestehenden deine Zuneigung zu zeigen, ist mit einem schönen Stein oder einer selbst gefädelten Kette oder einem anderen handgemachten Geschenk. Aber es kann auch mit Worten oder einem kleinen Ritual sein. Diese Form der Dankbarkeit geht über die Tore des Lebens hinaus. Auch verstorbene Liebste sind noch Teil deiner Beziehungen, und Liebe und Dankbarkeit können auch hier weiterfließen und dein Herz nähren.

    Ein Mandala am Strand mit Meeresgischt
    Es gibt verschiedenene Wege, der Erde Dankbarkeit für ihre Gaben zu erweisen Foto: canva.com

    Ritual des Mandalas

    Das Erstellen eines Mandalas ist eine kleine Zeremonie und damit eine Geste der Ehrerbietung oder Dankbarkeit gegenüber der Erde. Den Ort für eine solche Zeremonie wählst du sorgfältig aus. Vielleicht an einem Ort, von dem viel von der Erde gefordert wird, wie auf einem Acker, der gerade gepflügt oder geerntet wurde. Oder gerade an einem sehr stillen Ort im Wald oder in den Dünen, wo tiefer Frieden herrscht und Mensch, Pflanze und Tier sich aufladen können. Kündige dich immer an und bitte um Erlaubnis. Du kannst nach einiger Zeit zurückkommen, um zu sehen, wie die Erde deine Kreation aufgenommen hat. Es kann sehr besonders sein zu beobachten, wie sie es in sich aufnimmt und wie die Atmosphäre an einem solchen Ort zum Besseren verändert werden kann, wenn wir ihm Ehrfurcht entgegenbringen.

    Ritual des Ursprungs

    Salbei ist überall als Räucherwerk erhältlich, doch in Wahrheit ist es ein uraltes und heiliges Medikament der Native Americans, das eigentlich nicht verkauft werden darf, sondern ausschließlich zelebriell von Medizinmännern bestimmter Linien geerntet werden sollte. Wenn man dies weiß, wird man den Salbei, den man zu Hause hat, vielleicht mit anderen Augen sehen. Achte genau darauf, woher der Salbei stammt und ob die Erlöse auch direkt zu den Stämmen zurückfließen, die seine Kraft noch immer hüten. Wenn du die tiefe, reinigende und heilende Wirkung von Salbei nutzen möchtest - oder von anderer heiliger Medizin wie Kakao und heiligem Holz - tauche ein in die Kultur und sorge dafür, dass die Kraft der Medizin lebendig bleibt, zum Beispiel indem du an die Stämme und Menschen spendest, die durch ihre Tradition damit verbunden sind und die Freundschaft zur Pflanze über Jahrhunderte bewacht haben.

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