Der Schwedenbitter: Heilende Kräuteressenz zum Selbermachen

Seit Jahrhunderten gibt es eine Tinktur aus 11 Kräutern, die in ihrer Heilkraft einzigartig ist: den Schwedenbitter. Doch lange Zeit war er vergessen. Bis zu jenem Tag, an dem Maria Treben dieses uraltes Rezept wiederentdeckte. Und damit der wohl mystischsten Kräuteressenz zu neuem Weltruhm verhalf – der bis heute anhält.

Der Schwedenbitter: Heilende Kräuteressenz zum Selbermachen
Sie gilt als eine der ältesten Kräutermischungen der Welt – Schwedenbitter. Erfahre, wie du die Tinktur ganz einfach selber machen kannst. Foto: canva.com

Schwedenbitter: Was ist das eigentlich?

Wäre es nötig, nur über ein einziges Arzneimittel zu verfügen, dann müsse es der „Schwedenbitter“ sein – so hieß es im Altertum. Denn die heilende Wirkung dieser speziellen Mischkräuter-Zubereitung komme der eines wahren Allheilmittels gleich: Von Schmerzen über Entzündungen, Verletzungen und Geburten, ja bis hin zur Pest, beinahe jedes Leiden wurde mit Schwedenbitter behandelt – und gebessert.

Und auch heute behauptet und bestätigt sich seine vielfache Heilkraft: Die Kräutermischung wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und durchblutungsfördernd.

Maria Treben: Die Mutter der Schwedenkräuter

Doch dass wir heute wieder Zugriff auf den Schwedenbitter haben, ist ein Glücksfall! Denn seine Rezeptur war über viele Jahrzehnte in den Tiefen des Beinahe-Vergessenen untergegangen.

Die Kräuterkundige Maria Treben war es, die diesen „bitteren Schatz“ in den 1980er-Jahren zurück in die Welt holte. Dafür grub sie sich unermüdlich durch das bruchstückhaft aufgezeichnete Wissen früherer Jahrhunderte, bis sie schließlich jenes Rezept in der „Alten Handschrift“ fand, nach dem der Schwedenbitter auch heutzutage zubereitet wird oder sogar von uns selbst hergestellt werden kann.

Wie kann ich den Schweden-Bitter selbermachen?

Schwedenbitter lässt sich ideal selbst ansetzen. Die Kräutermischung dafür ist in Apotheken erhältlich. Um daraus eine Tinktur herzustellen, d. h. einen alkoholischen Auszug, wird außerdem ein hochprozentiger Schnaps (Doppelkorn oder Wodka) benötigt.

Und so geht‘s: Die Kräuter in ein großes Schraubdeckelglas geben und mit 1,5 l Alkohol aufgießen; das Glas verschließen, schütteln und zwei Wochen an einem warmen Platz ziehen lassen. Anschließend mit einem Kaffeefilter abfiltern und die fertige Tinktur in eine dunkle Flasche abfüllen – wird diese kühl und dunkel aufbewahrt, hält sie Jahre. Folgende 11 Kräuter gehören in einen klassischen Schwedenbitter:

  • 5g Myrrhe

  • 10g Angelika-Wurzel

  • 5g Eberwurzel

  • 10g Zitwerwurzel

  • 10g Aloe

  • 10g Manna

  • 0,2g Safran

  • 10g Theriak venezian

  • 10g Rhabarberwurzel

  • 10g Naturkampfer

  • 10g Sennesblätter

Wie lässt sich der Schwedenbitter anwenden?

Der Schwedenbitter lässt sich sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden. Als Getränk zur Einnahme sollte er am besten verdünnt werden: Dafür wird ein Teelöffel der Schwedenbitter-Tinktur in ein Glas Wasser verrührt und anschließend in kleinen Schlucken getrunken.

In dieser Form ist die Wirkung vor allem verdauungsfördernd sowie stärkend für Stoffwechsel und Immunsystem. Die gewählte Wassertemperatur für die Verdünnung hat einen zusätzlichen Effekt: So ist lauwarmes Wasser hilfreich bei Magen- und Halsschmerzen sowie bei Verstopfung; heißes Wasser hilft bei Stirnhöhlenentzündung, Magen-Darm-Krämpfen oder Erkältungen; kaltes Wasser aktiviert den Stoffwechsel. Ein Glas der verdünnten Tinktur sollte drei Mal täglich eingenommen werden bzw. bei akuten Beschwerden, etwa Magenschmerzen, bei Bedarf, bis eine Besserung eintritt. Oft reicht schon ein Glas.

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