Tattoos – Symbole der Stärke & Lebensfreude

Tattoos sind Symbole innerer Stärke, die unseren Körper zur Kunstfläche und unsere Haut zur Leinwand machen.

Tattoos – Schrift des Paradieses

"Schrift des Paradieses" – so nannte der Südsee-Abenteurer James Cook die geheimnisvollen Symbole, die er auf den Körpern der polynesischen Ureinwohner gesehen hatte. Er ahnte, dass jede Linie, jeder Kreis und jeder Punkt dieser kunstvollen Muster etwas über die Herkunft und die soziale Zugehörigkeit der Inselbewohner verriet.Als Cook von seiner zweiten Südseereise zurückkehrte, war auch Omai, ein tätowierter Prinz aus Tahiti, mit an Bord. Der Prinz wurde schnell zur Sensation in den englischen Adelshäusern. Die Briten waren so fasziniert von Cooks Schilderungen und den kunstvollen Prinzentattoos, dass es zu einer Mode wurde, sich die paradiesisch anmutenden Muster in die Haut stechen zu lassen.

Tattoos als Teil der kulturellen Identität

Um der Faszination von Tattoos auf die Spur zu kommen, müssen wir in der Geschichte der Menschheit jedoch noch weiter zurückgehen: Bei den Inuit, den Maya und den Alten Ägyptern, bei den Azteken, den Maoris oder den Kelten – Tätowierungen sind ein Teil jeder einzelnen dieser Kulturen.Bis zu 6000 Jahre gehen die Überlieferungen zurück und belegen eindrucksvoll, dass die Faszination für Tattoos seit jeher im Menschen angelegt ist. Früher waren Tattoos Teil wichtiger Rituale, hatten spirituelle Bedeutung und markierten zentrale Lebensabschnitte – den Übergang vom Mädchen zur Frau etwa oder vom Kind zum Krieger. Auch an ihre Heilwirkung glaubte man.

Warum Tattoos mehr sind als dekorativer Hautschmuck

Längst sind Tattoos nicht mehr so exotisch wie etwa zu Zeiten Cooks, doch bis heute geben Tätowierungen der tiefen Sehnsucht Ausdruck, unser Inneres nach außen zu kehren und der Welt unsere Seele zu zeigen. Seit jeher gehören Tattoos zum Menschsein dazu – es gibt keine Kultur, in der sie nicht Schmuck, Ritual oder Medizin waren.Viele Tattoos sind mit bestimmten Erinnerungen, Erlebnissen oder Lebensphasen verknüpft und haben für ihre Träger eine tiefe Bedeutung. Wir haben drei happinez-Leserinnen nach der Bedeutung ihrer Tattoos gefragt und berührende Geschichten erfahren.

"Mit der Lotusblüte habe ich mich selbst belohnt."

"Die Lotusblüte ist ein Cover-up eines alten Tattoos, eines Seepferdchens. Das Seepferdchen stand für die extrem schüchterne Person, die ich einmal war. Die aufgeblühte Lotusblüte steht für die Entwicklung, die ich in den letzten Jahren durchgemacht habe: Ich traue mich immer mehr, bin selbstbewusster und strahle dies auch aus. Das Tattoo wurde von einer Künstlerin extra für mich gezeichnet und ist einzigartig. Der Anlass dazu, dass ich so aufgeblüht bin, war das Dance Cardio Workout „Dancess“. Heute unterrichte ich nicht nur Dancess, sondern auch Dafunc, BodyArt und Pilates. In meinem Unterricht möchte ich den Teilnehmern zeigen, was mich selbst weitergebracht hat: Selbstvertrauen, Kraft, Ausdauer und mentale Stärke."Gudrun Kallauch

"Mein Tattoo steht für meinen Glauben an die Liebe."

"Auf meinem Fuß steht 'Laska' – das bedeutet Liebe auf Tschechisch. Vor sechs Jahren war ich mit meinem Verlobten in Prag. Vor der John-Lennon-Mauer haben wir ein Foto gemacht, vor einem Graffiti mit der Aufschrift Laska. Als wir zurück waren, verschickten wir das Foto als Einladungskarte zu unserer Hochzeit. Doch einige Tage später starb mein Verlobter plötzlich an einem Herzinfarkt. Auch wenn ich heute wieder sehr glücklich bin und bald heiraten werde, vermisse ich ihn immer noch sehr. Er hat mir gezeigt, wie kostbar das Leben ist, dass es keine Option ist, es nur halb zu leben und alles auf morgen zu verschieben. Daran erinnert mich das Tattoo jeden Tag."Lena Hedemann

„Mein Buddha ist mein Ruhepol.“

"Ich habe viele verschiedene Tattoos – jedes von ihnen hat eine Geschichte. Da ich mich sehr für den Buddhismus interessiere, habe ich mir einen Buddha auf den Unterarm tätowieren lassen. Er ist mein Ruhepol. Er erinnert mich daran, in all der Hektik des Alltags immer wieder innezuhalten, die Augen zu schließen, mich zu entspannen und zu besinnen. Denn oft sieht man mit geschlossenen Augen mehr."Nadja Ehlert

Text: Gertje KrumbholzFotos: Jan Rickers

Den gesamten Artikel zum Thema "Tattoos - Die Schrift des Paradieses" kannst du in der Print-Ausgabe happinez 07/2016 zum Thema "Achtsamkeit" lesen.