Journaling: Mit Klarheit ins neue Jahr
Ein neues Jahr, ein neues Kapitel – mit Journaling findest du Klarheit, Fokus und Leichtigkeit. Expertin Lea Banasch hilft dir, bewusst ins neue Jahr zu starten.

Wann hast du das letzte Mal innegehalten, um dir selbst wirklich zuzuhören? Sich in Ruhe hinzusetzen und ein paar Gedanken niederzuschreiben, ist für viele ein beliebtes Selfcare-Ritual. Journaling kann helfen, Klarheit zu gewinnen, die eigenen Gefühle besser zu verstehen und den Kopf zu ordnen. Es reduziert Stress, fördert positives Denken und stärkt die Dankbarkeit.
Gerade zum Jahreswechsel bietet es eine wunderbare Gelegenheit, mit Fokus und Leichtigkeit ins neue Jahr zu starten. Doch nicht jedem fällt der Einstieg leicht. Für hilfreiche Tipps zum Journaling haben wir mit Lea Banasch gesprochen. Sie ist Expertin für ganzheitliche Psychologie und hat bereits einen Bestseller und Workbooks im Bereich Mentale Gesundheit geschrieben, wie ihr Workbook „Wo fang ich an?“ zum Journaling.
Lea, wieso ist Journaling so ein wertvolles Tool?
Journaling hilft, weil wir anders schreiben, als wir denken und auch anders sprechen, als wir denken. Durch das Schreiben bringen wir Gedanken zu Ende, anstatt sie im Kopf kreisen zu lassen. So entstehen mehr Übersicht und Ruhe. Tatsächlich ist Journaling auch ein bewährtes psychologisches Tool aus der Therapie, das nachweislich dabei unterstützt, besser mit den eigenen Gedanken umzugehen.
Warum lohnt es sich, gerade zum Jahreswechsel zu journaln?
Viele mögen dieses Gefühl von Neuanfang oder sich etwas Neues vorzunehmen. Der Jahreswechsel bietet eine natürliche Gelegenheit, innezuhalten und zu reflektieren: Was hat mir gutgetan? Was nicht? Was wünsche ich mir fürs neue Jahr? Das kann sehr viel Halt und Hoffnung geben, also genau das, was wir zum Start ins neue Jahr oft brauchen.
Wie kann Journaling helfen, dass man an seinen Zielen fürs neue Jahr wirklich dranbleibt?
Indem man seine Ziele regelmäßig aufschreibt, bleiben sie präsent. Journaling fördert Selbstreflexion und unterstützt dabei, kleine Zwischenziele zu setzen - also täglich, wöchentlich oder monatlich. Ein kurzer Impuls am Tag kann schon genügen: Wie kann ich mich heute mit diesem Ziel beschäftigen, auch wenn es nur 10 oder 15 Minuten sind? Was wird das heute bedeuten? So trainieren wir Schritt für Schritt die neuronalen Verknüpfungen im Gehirn, die für Veränderung wichtig sind.
Was raten Sie Menschen, die gerne mit Journaling anfangen möchten, aber nicht wissen, wo sie starten sollen?
Am Anfang kann eine einfache Struktur oder Vorlage helfen. Zum Beispiel:
Drei Dinge, für die du dankbar bist
Eine Sache, auf die du stolz sein möchtest
Eine Intention für den Tag
Oder orientiere dich an einem bestimmten Wert. Zum Beispiel: Wie kann ich heute mehr Leichtigkeit in meinen Tag bringen?
Ich finde, man darf dieses Ritual auch ruhig ein bisschen romantisieren. Gerade jetzt im Herbst oder Winter bietet es sich an, sich ganz gemütlich mit seinem Tagebuch hinzusetzen. Mit einer Kerze, Musik oder einem warmen Getränk wird das Schreiben zu einem kleinen Wohlfühlritual.
Welche fünf Fragen helfen, das alte Jahr abzuschließen und gut ins neue zu starten?
Oft sind es ganz klassische Fragen, auf die man aber letztendlich jedes Jahr eine andere Antwort hat.
Stelle dir die Frage: Was möchte ich loslassen? Vielleicht eine Gewohnheit, ein Muster oder eine Strategie, die mir nicht mehr dient?
Was habe ich über mich selbst gelernt?
Was hat mir Freude bereitet, wo habe ich Leichtigkeit empfunden?
Welche Vision oder Idee ruft mich gerade am meisten?
Wie kann ich es mir leicht machen, diese Vision umzusetzen und mich immer wieder daran erinnern, dass sie mir wichtig ist?
Wie oft sollte man journalen und worauf kann man achten?
Das ist sehr individuell. Wichtig ist, dass es sich gut anfühlt. Viele integrieren das Journaling in eine bestehende Routine wie etwa morgens zum ersten Getränk des Tages. Laut Studien sind drei- bis viermal pro Woche ein gutes Maß. Ich empfehle mit 5 bis 10 Minuten anzufangen, um überhaupt erstmal reinzukommen und ein paar Stichpunkte aufzuschreiben. Manche schreiben lieber frei („expressive writing“), andere bevorzugen das 6-Minuten-Journaling. Sprich: Morgens drei Minuten und Abends drei Minuten, um wirklich nur kurze Impulse zu setzen.
Wie können kleine Rituale wie die Rauhnächte das Journaling bereichern und die eigene Reflexion vertiefen?
Rituale wie die Rauhnächte können das Journaling bereichern, weil sie eine klare Struktur und einen festen Rahmen für Reflexion bieten. Gerade die Zeit „zwischen den Jahren“ fühlt sich für viele etwas unklar und orientierungslos an. Die Rauhnächte schaffen hier einen bewussten Raum, um innezuhalten. Durch gezielte Fragen, Wünsche oder gemeinsame Rituale mit Partner:innen oder Freund:innen entsteht eine Gelegenheit, sich selbst besser zu verstehen und herauszufinden, was einem wirklich wichtig ist. Gleichzeitig bringen sie auch etwas Spielerisches und Leichtes mit sich.
Mehr über Lea Banasch sowie ihre Workbooks findest du unter: www.leabanasch.de
Interview: Sarah Burth






